Besuch der Musikschule Baunatal in Vrchlabi

Ein Bericht von Nele Knickmeyer & Stella Cueto Silva (Celloensemble)

Der diesjährige Austausch der beiden Partnermusikschulen Baunatal und Vrchlabí fand im Zeitraum vom 19. bis 24. Juni 2022 statt. Das Celloensemble fuhr gemeinsam mit seinem Lehrer und dem Schulleiter nach Tschechien und verbrachte dort einige Tage. Neben intensiven gemeinsamen Proben lernten wir unter anderem auch die städtische und naturbelassene Umgebung kennen und teilten viele schöne Stunden miteinander. Den Höhepunkt stellte dabei das große Konzert im Schloss von Vrchlabí dar, bei dem ein gemeinsames Programm dargeboten wurde.

Am Sonntagmorgen haben wir uns gemeinsam um 9 Uhr mit einem Reisebus auf den Weg nach Vrchlabí gemacht. Nach einigen Stunden Fahrt, und ein paar Pausen auf Rastplätzen kamen wir schließlich an. Wir wurden vom tschechischen Schulleiter Radek Hanuš herzlich vor der Musikschule in Empfang genommen und bezogen unsere Zimmer in der Pension Marathon, die nur ein paar Meter von der Musikschule entfernt ist. Zum gemütlichen Ausklang des ersten Tages gingen wir abends alle in den Biergarten „Botta“, der im Zentrum Vrchlabís liegt.

Nach dem Frühstück am ersten Morgen gingen wir in die Musikschule und fingen an, bis mittags zu proben. Zum Mittagessen versammelten wir uns im Hotel Gendorf, in dem uns ein Zwei-Gänge-Menü erwartete. Als Vorspeise gab es Suppe nach Wahl und die Hauptspeise konnte man sich auch aus vier Vorschlägen auswählen. Danach hatten wir Freizeit, die jeder unterschiedlich genutzt hat. Die meisten von uns hielten sich in der Stadt auf, stöberten in Läden und erkundeten die Touristenstadt Vrchlabí. Nachmittags haben wir nochmal mit unseren tschechischen Gastgebern geprobt, bis wir abends in einem Fisch- und Fleisch Restaurant zu Abend gegessen haben.

Am Dienstag hatten wir wieder mit dem tschechischen Orchester zusammen Probe. Wir haben nochmals im Hotel Gendorf gegessen und abends wurde ein Grillfest für uns und unsere Gastgeber im Garten der Musikschule veranstaltet. Es gab Fleisch, Kartoffelpuffer, Brot, verschiedene Salate und Gemüse. Zum Nachtisch gab es noch selbstgebackenen Rhabarber-Kuchen.

Ein besonders eindrucksvolles Erlebnis erwartete uns am Mittwoch.

Das Celloensemble

Gemeinsam mit der Musikschule aus Vrchlabí brachen wir früh morgens auf, um eine Wanderung durch das tschechische Riesengebirge zu unternehmen. Fasziniert durch die Natur und den überwältigenden Ausblick bestiegen wir einen Berg, der uns hinauf bis zur Elbequelle führte. Einen Teil des Aufstiegs ermöglichte uns die Seilbahn, sodass wir letztendlich eine beachtliche Höhe von über 1300 Metern erreichten. Viele von uns nutzten die Chance, sich durch das Quellwasser ein wenig abzukühlen und neue Energie für das bevorstehende Konzert zu gewinnen. Die Mitglieder des Celloensembles verbrachten dabei nahezu jede freie Minute zusammen und lernten sich außerhalb der Probe auf einer ganz anderen Ebene kennen. Insgesamt waren wir fast sechs Stunden im Riesengebirge unterwegs und legten eine Strecke von 17 km zurück.

An der Elbequelle

Im Anschluss an die Wanderung probten sowohl das Ensemble und das große Orchester als auch diejenigen, die ihre Stücke mit Klavierbegleitung präsentieren würden. Den Abend ließen wir erneut im Restaurant „Botta“ ausklingen und gingen noch einmal gemeinsam den Ablauf des großen Konzertes durch.

Der große Tag begann für uns mit einer Stadtführung durch Vrchlabí und einem kleinen Einblick in das Umwelthaus. Danach wurde gemeinsam im Hotel-Restaurant zu Mittag gegessen. Das Celloensemble unternahm einen letzten Ausflug in die Innenstadt, um sich ein gemeinsames Andenken zu kaufen und die restliche Zeit bis zur Generalprobe zu nutzen. Diese verlief zufriedenstellend, sodass alle Musikerinnen und Musiker die Konzertbühne mit einem sicheren Gefühl betreten konnten. Der Saal füllte sich rasant und der Moment, auf den alle Beteiligten monatelang hingearbeitet hatten, stand nun endgültig bevor. Zum einen ein erleichterndes, zum anderen jedoch auch ein wehmütiges Gefühl. Sowohl einige solistische Darbietungen und mehrstimmige Konstellationen als auch Stücke des Ensembles und des erweiterten Orchesters wurden präsentiert und fanden großen Anklang bei den Zuhörenden. Ein besonders bewegendes Ereignis war die Zugabe des Orchesters, die der Dirigent Herr Hanuš den geflüchteten und leidenden Menschen sowie den Opfern des Krieges in der Ukraine widmete.

Das Celloensemble der Musikschule Baunatal beim Schlosskonzert Vrchlabi

Am Abend des Konzertes wurden noch einmal neue Kontakte geknüpft, vor allem unter den Jugendlichen. Auch dieser Tag wurde in Gemeinschaft bei einem Abschlussessen abgerundet.

Der letzte Tag unseres Aufenthalts in Tschechien kam schneller als gedacht. Der Abschied fiel uns allen wirklich schwer, obwohl wir uns fest vorgenommen hatten, uns in einem Jahr allesamt wiederzusehen. Nachdem das Gepäck und die Instrumente verstaut worden waren, sagten wir einander schweren Herzens Auf Wiedersehen!

Während der Busfahrt saßen wir zusammen, um die Erlebnisse der letzten Tage Revue passieren zu lassen. Alle waren sich einig, dass uns der Austausch mit unseren neu gewonnenen Freundinnen und Freunden nicht nur viel Freude bereitet, sondern auch als Team einander näher gebracht hatte.

Wir sind sehr dankbar, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen.

Dadurch, dass wir uns nun noch besser kennen als zuvor, eröffnen sich uns ganz neue Perspektiven, was das Zusammenspiel betrifft und wir konnten einander beweisen, dass auf ein jedes Mitglied sowie unseren Lehrer Christoph Belz und unseren Musikschulleiter Joachim Arndt Verlass ist.

Mit diesen Gedanken freuen wir uns auf das nächste Jahr und darauf, im Gegenzug die Musikschule aus Vrchlabí bei uns in Baunatal begrüßen zu dürfen.

Ahoi!

Nele Knickmeyer & Stella Cueto Silva

(Celloensemble)

Der Austausch wurde mit Hilfe des „Koordinierungszentrums Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch – Tandem“ aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des BMFSFJ gefördert. Ebenso danken wir der „Johann und Maria Herr-Stiftung“ und der Stadt Baunatal für eine großzügige Unterstützung. (Joachim Arndt)

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